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Die Laien: Nur Anhängsel oder Organischer Teil der Dominikanischen Familie?Fr. Vincent de Couesnongle OP, Ordensmeister (1974 – 1983) „Die Laien: Nur Anhängsel oder organischer Teil der Dominikanischen Familie?“ (aus Teil III „Anhang“ zu Teil I – „Regeln der Dominikanischen Gemeinschaften im Orden des Hl. Dominikus“ und Teil II – „Direktorium der Dominikanischen Gemeinschaft im Bereich der Dominikaner-Provinz Teutonia“) Lange Jahrhunderte hindurch erschienen die Mitglieder der dominikanischen Laiengruppen (damals Dritter Orden genannt) wie ein Anhängsel an den Orden des heiligen Dominikus. Damals wollten sich viele Gläubige diesem Orden anschließen, um seinen geistlichen Schutz zu genießen, in Freundschaft mit und unter dem Einfluss dieses Ordens zu leben. Sie „wohnten“ nicht im Innern des Ordens, sondern wie in der Herberge des Klosters. Insofern kann man wohl vom Dritten Orden sprechen als einem „Anhängsel“ an den Orden oder die Familie des heiligen Dominikus. Zwar gab es sicherlich gewisse Mitglieder des dominikanischen Laikats, die in der Geschichte des Ordens und der Kirche eine wichtige Rolle gespielt haben. Zu erwähnen sind die heilige Katharina von Siena, ein Ozanam, Gründer der Vinzenz-Konferenzen, Bartholomäus Longo, der kürzlich von Johannes Paul II. seliggesprochen wurde (hier kann man den Namen des einen oder anderen Drittordensmitgliedes des eigenen Landes einfügen). Jedoch erschienen sie eher als Ausnahmen, die sich durch besondere Umstände erklären. Das ändert aber nicht grundlegend das Gesicht, unter dem uns der Dritte Orden von damals erscheint.1 So kann es heute nicht mehr sein. Seit dem II. Vatikanischen Konzil kann man nicht mehr akzeptieren, dass das dominikanische Laikat nur ausnahmsweise, um es so zu formulieren, ein wesentlicher Teil der Dominikanischen Familie ist. Das letzte Konzil hat den Laien feierlich den Platz gegeben, den sie eigentlich immer in der Kirche hätten einnehmen müssen; die gegenwärtige Situation der Welt macht das noch drängender als je zuvor. „Lumen gentium“, das grundlegende Dokument der Kirche über das Volk Gottes, ist gleichzeitig die Urkunde über den richtigen Platz der Laien. Die Laien werden in diesem Dokument als mit-verantwortlich für den Aufbau des Königreiches Gottes anerkannt und erklärt. Was für jeden Gläubigen gültig ist, trifft in besonderem Maß auf die dominikanischen Laien zu, die per Definition sich dem Ruf der Kirche aufmerksamer und treuer stellen. Verstehen die Laien der Dominikanischen Familie und ihre Geistlichen Begleiter genügend diese ihre Stellung und deren Anforderungen an ihr Engagement? Es wäre schwer, eine rundheraus positive Antwort zu geben, die für alle und überall zutrifft. Und dennoch müsste jede Laiengruppe das Ziel haben, immer mehr ein wesentlicher Teil des Ordens und der Dominikanischen Familie zu sein. Als Mann des Evangeliums wollte der heilige Dominikus das Leben der Apostel weiterführen und es wieder lebendig machen. Wer immer sich also Dominikaner nennt – sei es als Dominikanerbruder, als Schwester oder als Laie -, muss gemäß seiner ihm eigenen Berufung und Gnade dort, wo er lebt und handelt, dieses apostolische Leben gegenwärtig machen im stärksten Sinn des Wortes – denn das ist das Charisma des Ordensgründers. Und das gilt auch für die Nonnen (Klausurschwestern), die ihr kontemplatives Leben außerhalb der Welt leben; ihr Gebet aber darf sie nicht davon abschneiden. Verlängern sie nicht auf diese Weise tatsächlich die Nächte des heiligen Dominikus, der zum Himmel schrie: „Mein Gott, mein Erbarmer, was soll aus den Sündern werden?“ – aus diesen Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben, diesen Ungläubigen, diesen Armen, diesen Unglücklichen unserer Tage. 1 P. D. M. Abbrescia OP bereitet ein Lexikon der Laien vor, das glücklicherweise die Geschichte der Laien erklärt. Es erscheint in „Bollettino di San Dominico“ (Piazza S. Domenico, Bologna).
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Laiendominikaner im 20. Jahrh. 
